Wattenscheider Grüne sehen Dissenz zur Mehrheit ihrer Ratsfraktion

Die Ratsfraktion der Bochumer Grünen hat am 11. September 2017 eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie die Entscheidung des Ältestenrats, gegen einen Bau eines Hallenbades in der Südfeldmark und damit für einen Bau in Höntrop „heftig kritisiert“. Von dieser Pressemitteilung distanzieren sich die Wattenscheider Ratsmitglieder und ihr Ortsverband ausdrücklich.

Die Pressemitteilung wurde als Schnellschuss des Fraktionsvorstandes einfach rausgegeben, wissentlich, dass das Thema Hallenfreibad Höntrop innerhalb der Fraktion regelmäßig kontrovers thematisiert wurde und Teile der Fraktion, wie auch alle anderen Fraktionen des Rates, das Wellenfreibad als Standort für ein Hallenbad für ungeeignet halten. Ein Grund dafür ist: Bei einem Neubau am Wellenfreibad muss das alte Gebäude in Höntrop zurückgebaut, der Bauschutt entsorgt und die bisher versiegelte Fläche renaturiert werden, da das Gebäude in einem Landschaftsschutzgebiet liegt. Zusätzlich müssen neue Umkleiden, Duschen und Beckenheizung für das ja bestehenbleibende Freibad gebaut werden. Alle diese Kosten wären nicht förderfähig. Bei einem Bau in Höntrop entfallen diese Kosten ganz oder teilweise, weil Teile der bestehenden Bausubstanz gegebenenfalls weiter genutzt werden können.

Die Behauptung, dass, wegen der kurzfristigen Terminierung, lediglich ein Fraktionsmitarbeiter teilnehmen konnte, ist schlichtweg falsch. Es gab das Angebot eines Grünen Ratsmitgliedes aus Wattenscheid, an der Ältestenratssitzung teilzunehmen. In Wattenscheid begrüßt man die Ablehnung eines Baus an „der Welle“ und die nicht gezogenen Fördermittel. Olaf Krause (Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksfraktion Wattenscheid) erklärt dazu: „Wenn man die 15 Millionen Euro Fördergeld beantragt hätte, dann wäre dies das AUS für den Standort Höntrop. Das ist einfach nicht hinnehmbar.

Zusätzlich hätte die Beantragung von Fördermitteln für einen Neubau an der Märkischen Straße, die Förderung weiterer wichtiger Maßnahmen für die Wattenscheider Innenstadt im Rahmen zusätzlicher Fördermittel gefährdet.“
Thorsten Wentingmann (Sprecher der Wattenscheider Grünen) erklärt noch:

Wir bedauern die Pressemitteilung der Ratsfraktion sehr. Eine Absprache, bei diesem in Wattenscheid so viel diskutierten Thema, zumindest mit den Grünen Ratsmitgliedern aus Wattenscheid, wäre angebracht gewesen. So fühlen wir uns als Ortsverband vom Fraktionsvorstand übergangen.

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