Wattenscheider Grüne schlagen Wettbewerb vor

Nachdem sich in der letzten Woche die Bochumer SPD-Ratsfraktion für den Erhalt des Standortes Hallenfreibad Höntrop ausgesprochen hat, legen die Wattenscheider Grünen erste Ideen vor, wie es jetzt weitergehen sollte. Und man ist zugleich erstaunt über das Vorgehen der SPD:

Thorsten Wentingmann, Sprecher des Ortsverbandes: „Inhaltlich freuen wir uns über den Beschluß, den Standort Südpark für ein Hallenfreibad zu erhalten und keines der Bochumer Schwimmbäder zu schließen. Damit folgt sie endlich dem Willen der Bochumer Bürger. Handwerklich aber ist die SPD mal wieder in alte Muster verfallen.  Sie spricht ihr Vorgehen nicht mit dem grünen Koalitionspartner ab und sie kündigt vom Rat beschlossene Maßnahmen zur Sicherung des Haushaltes auf, ohne Alternativen aufzuzeigen. Beschlüsse einer Ratsfraktion sind nicht gleich auch Beschlüsse des Rates. Schlimmer noch: Landtagsabgeordneter Serdar Yüksel sagt im Stadtspiegel, „Eine Schließung hätten wir niemals mitgetragen“. Entweder ist Serdar Yüksel sich nicht bewusst, dass der Rat der Stadt im Rahmen des HSK durchaus und auch mit den Stimmen der SPD die Schließung zweier Bäder in Bochum beschlossen hat, oder er sagt damit, die SPD hat Beschlüsse mitgetragen, die sie nicht ernst gemeint hat. Welch ein Signal für den Haushalt der Stadt. Der Rat der Stadt hat ein Verfahren für alle Bochumer Bäder vereinbart. Letztlich behindert Serdar Yüksel mit solchen Alleingängen die Entscheidungsfindung erheblich.

Zum Neubau des Hallenfreibades sagt das grüne Ratsmitglied Sebastian Pewny: „ Die Verkehrsanbindung des Standortes Höntrop muss dringend verbessert werden. Ein Anschluß des Bades über den Weidenhagen ist deshalb unabdingbar. Auch über eine bessere ÖPNV-Anbindung muss jetzt gesprochen werden, Schließlich gehört zu einem barierrefreien Bad auch eine gute Erreichbarkeit. Auch die Zuwegung über die Straße „In der Mark“ bedarf einer Verbesserung, ebenso der Parklplatz“.

Ratsmitglied und stellvertretender Wattenscheider Bezirksbürgermeister Oliver Buschmann weiter: „Sobald es einen Grundsatzbeschluß des Rates zum Erhalt des Standortes Höntrop gibt, muss es eine erste Bürgerversammlung geben, bei der erste Ideen aus der Bevölkerung gesammelt und in das weitere Vorgehen mit einbezogen werden können. Insbesondere der Verein Freundinnen und Freunde des Hallenfreibades Höntrop und die Schwimmvereine müssen am Prozess für einen Neubau beteiligt werden. Wir können uns einen Architektenwettbewerb vorstellen, dessen Ziel es ist, ein bürgerfreundliches Bad mit hoher Energieeffizienz zu bekommen. Ein  Sauna- und Wellnessbereich  können Bestandteil eines Neubaus sein, ohne das wir uns in Richtung Spaßbad bewegen. Auch die teilweise Einbeziehung noch nutzbarer Gebäudeteile zur Kostenreduzierung soll in diesem Wettbewerb mit geprüft werden. Schließlich ist das Bad ja keine Ruine, die Bausubstanz ist ja durchaus solide. Und wir brauchen im Aussenbereich einen neuen Nichtschwimmerbereich, damit auch im Sommer das Bad von Familien mit kleinen Kindern genutzt werden kann“

Zur von Serdar Yüksel angesprochenen Überführung der Bochumer Bäder in eine GmbH sagt noch einmal Thorsten Wentingmann: Grundsätzlich ein guter Vorschlag. Eines aber lehne ich ab: Es kann nicht sein, dass nach der Überführung eine GmbH-Geschäftsführung oder -Aufsichtsrat allein die Entscheidungen treffen, wie es mit den Bädern weitergeht oder sogar die Schließung eines Bades beschließen. Die Entscheidungshoheit darüber muss bei den Mitgliedern des Rates bleiben.  Alles andere wäre ein Herausstehlen aus der Verantwortung.

Letztlich betonen die Wattenscheider Grünen, dass der Erhalt des Schwimmstandortes Südpark und ein entsprechender Neubau keinesfalls beschlossene Sache ist. Der SPD gehört weder die Stadt Bochum, noch hat sie aus eigener Kraft eine Mehrheit im Stadtrat. Einen solchen Eindruck zu vermitteln ist in Wahlkampfzeiten äußerst fraglich. Wir werden auch weiterhin für den Erhalt des Schwimmstandortes Südpark streiten, auch wenn es durch den Alleingang der SPD nun sehr schwer durchsetzbar sein wird.

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