Wattenscheid beim RRX-Projekt nicht vernachlässigen!

Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist ein geplantes System von beschleunigten Regionalzügen, das in der Metropolregion Rhein-Ruhr als Premiumangebot des Regionalverkehrs mit gehobener Ausstattung zwischen Regional-Express (RE) und Fernverkehr angesiedelt sein soll.

Für Wattenscheid hat dies erhebliche Folgen.
Der RRX soll auf den vorhandenen Fernbahngleisen fahren. Dies würde in Überlagerung mit den parallel geführten Linien (RB/RE) auf der Strecke Essen bis Bochum-Langendreer zu Engpässen führen. Um diesen Abschnitt zu entlasten ist geplant, die Linien RE16 und RB40 ab Essen Hauptbahnhof auf die vorhandenen S-Bahn-Gleise zu verlagern. Diese Regionallinien werden daher zukünftig in Wattenscheid-Höntrop und nicht mehr in Wattenscheid halten. Als Kompensationshalt soll Wattenscheid durch den RRX halbstündlich bedient werden. Derzeit halten in Wattenscheid die Linien RB40, RE16, RE11, RE6, RE1 jeweils stündlich in jede Fahrtrichtung. Nach Verlagerung des RE16 und der RB40 werden am Bahnhof Wattenscheid der RRX1 und RRX2 einmal stündlich pro Fahrtrichtung halten. Die derzeitigen RE-Linien 1, 6 und 11 werden perspektivisch in das RRX-System überführt. Voraussichtlich ab 2018 kommen für diese Linien einheitliche RRX-taugliche Fahrzeuge in einem Vorlaufbetrieb zum Einsatz. Dieser Vorlauf bezieht sich jedoch nur auf neue Fahrzeuge. Die Linienführung ändert sich, wie oben beschrieben, erst, wenn die Infrastruktur für die RRX-Strecke ausgebaut ist. Für den Planfeststellungsabschnitt Essen/ Bochum geht die Bahn derzeit von einem Baubeginn in 2021 aus. Der Bahnhof Wattenscheid-Höntrop wird von der S1 tagsüber derzeit sechsmal in der Stunde angefahren. Mit Inbetriebnahme der RRX-Linien kommen vier weitere Halte durch den RE16 und die RB40 hinzu. Zudem wird der S-Bahn-Takt auf der Strecke Dortmund-Essen Ende 2019 auf 15 Minuten verdichtet, so dass die S1 tagsüber den S-Bahnhof in Höntrop achtmal stündlich anfährt. In den Abend- und Nachstunden bleibt es beim 30-Minuten-Takt.

Konkret bedeutet dies, dass am Bahnhof Höntrop zukünftig 16 Halte pro Stunde (8 je Fahrtrichtung) und am Bahnhof Wattenscheid 4 Halte pro Stunde (2 je Fahrtrichtung) angeboten werden sollen. Dies kann erhebliche Probleme mit sich führen. Sowohl wegen der fehlenden Parkplätze am Höntroper Bahnhof, aber auch für die Innenstadt Wattenscheids, da hier der in räumlicher Nähe befindliche Bahnhof massiv an Attracktivität verliert.

Nur zwei der vier RRX-Linien sollen in Wattenscheid halten. Die anderen beiden sollen einfach durchfahren!fahrplanmaessige_veraenderungen_im_zusammenhang_mit_dem_rrx-3
Vor diesem Hintergrund hat unser Regionalparlamentsabgeordneter Sebastian Pewny gemeinsam mit weiteren Wattenscheider Regionalparlamentsabgeordneten dafür gesorgt, dass die Stellungnahme des Regionalparlamentes im Zuge der Beteiligung an der Fortschreibung des VRR-Nahrverkehrsplan um für Wattenscheid wichtige Punkte ergänzt wird.

Hier der entsprechend einstimmig gefasste Ergänzungsbeschluss:
anlage-nahverkehr

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